Ein Symbolbild das sagt: Good News is coming

Online Texten – so werden sie nicht übersehen

Warum im Web nur wenige Sekunden über „lesen“ oder „wegklicken“ entscheiden und wie wir durch einfache Schreibhacks die Aufmerksamkeit unserer Leser gewinnen.  

Das World Wide Web ist zu einem wahrhaftigen Sammelsurium von Informationen geworden. Mit nur einem einfachen Klick

  • suchen wir nach Lösungen
  • befriedigen wir unsere Neugier
  • gelangen wir schnell an Informationen
  • gehören wir zu einer Gruppe gleichgesinnter
  • erhalten wir Bestätigung in unserem Tun

Um dieser Informationsflut Herr zu werden, scannen, überfliegen, durchkämmen und durchforsten Nutzer ihre Newsfeeds als wären sie auf der Flucht. Sind sie etwa auf der Flucht vor der Flut?

Texten im Web – gewinnen sie die Aufmerksamkeit der Leser

Der Mensch flieht nicht, ganz im Gegenteil, wir Menschen haben lediglich die Fähigkeit uns an die Reize aus unserer Umwelt anzupassen und angemessen darauf zu reagieren. Die berühmte Studie des Software-Riesen Microsoft zur Aufmerksamkeitsspanne des Menschen polarisierte vor allen Dingen mit dem Vergleich von Mensch und Goldfisch. Die Studie besagte, dass die menschliche Aufmerksamkeitsspanne von nur mehr 8 Sekunden unter jene des Goldfisches mit 9 Sekunden gefallen sei. Wissenschaftlich konnte die 2015 durchgeführte Studie jedoch nicht belegt werden. Eine äußerst wichtige und von der Wissenschaft gestützte Erkenntnis der Studie wurde jedoch in den Hintergrund gerückt.

Wir haben nämlich dank der vielfältigen Möglichkeiten Medien zu konsumieren, die Fähigkeit entwickelt mehr Informationen in kürzerer Zeit aufzunehmen und zu verarbeiten. Zusätzlich können wir heute besser denn je multitasken und die entscheidenden Inhalte schneller finden, die wichtig für uns sind.

Spannend texten: so bleibt der Leser

Nichtsdestotrotz lauern überall verführerische Ablenkungen. Selbst wenn wir einen interessanten Artikel gefunden haben und die Informationen darin schneller aufnehmen können, verführen eingebaute Links und clevere Re-targeting Werbungen zum Seitenwechsel. Getreu dem Motto: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“

Nachdem sich der Mensch gekonnt an die wechselnden Lebensumstände angepasst hat gilt es, unsere Texte an das veränderte Leseverhalten im Web anzupassen um gelesen zu werden.

Mit eyetracking zum richtigen Aufbau des Textes   

Wichtige Erkenntnisse zum Leseverhalten im Web helfen dabei, Texte richtig zu strukturieren, Akzente zu setzen und dabei die Aufmerksamkeit des Lesers an den Text zu fesseln.

Mittels eyetracking wurde festgestellt, dass Leser die Artikel in der Form des Buchstaben „F“ scannen. Wenn Nutzer eine Website öffnen, überfliegen sie den Inhalt am oberen Rand von links nach rechts und bewegen sich anschließend am linken Bildrand nach unten. Stößt der Nutzer dabei auf interessante Inhalte, verweilen seine Augen dort. Geprägt wurde dieses F-Form Muster durch Jakob Nielsen, der das Muster 2006 nachwies und ihm die passende Bezeichnung „F-Shaped pattern“ gab.

Jakob Nielsen belegte außerdem in einer Studie, dass die Lesegeschwindigkeit bei Online Texten langsamer als bei Print-Texten ist. IPad Nutzer lesen Artikel auf dem Gerät um 6,2% langsamer als sie ein Buch lesen würden.

Texten im Web – 10 bewährte Tipps

Die langjährige Journalistin, selbständige Beraterin und Vortragende an der FH Joanneum im Studiengang „Content Strategie“ hat die zehn wichtigsten Tipps und Tricks für erfolgreiches Web-Texten für sie zusammengefasst:

1. Schreiben sie in kurzen Sätzen
Beschränken sie sich auf 14-20 Wörter pro Satz. Packen sie nicht mehr als 2 Informationen in einen Satz und vermeiden sie dabei Schachtelsätze.

2. Schreiben sie klar
Vermeiden sie Wörter mit den Endungen –ung, -keit, -mus, – tät und –heit. Wussten sie, dass mehr als fünf Silben pro Wort einen Text kompliziert und bürokratisch wirken lassen?
Tipp: Silben zählen

3. Schreiben sie aktiv
Sätze im Aktiv sind lebendig und haben eine klare Aussage. Sie nehmen die Leser mit, geben ihm das Gefühl dabei zu sein. Nicht immer lassen sich passive Sätze aber vermeiden.

4. Schreiben sie anschaulich
Was heißt das? Gehen sie ins Detail denn dadurch wird ihr Text lebendig.
Beispiel: Ist ihr Baum eine Eiche, eine Buche oder doch eine Tanne?

5. Schreiben sie demokratisch
Vermeiden sie schwierige Fremdwörter und schreiben sie in einer allgemein verständlichen Sprache, wenn sie ein großes Publikum erreichen möchten.

6. Schreiben sie lebendig
Erzählen sie ihre Geschichte mit Verben. Substantive machen einen Text langsam und kompliziert. Ersetzen sie diese, wann immer möglich, mit Verben.
Achtung: verfallen sie dabei aber nicht in die passive Form!

7. Schreiben sie abwechslungsreich
Achten sie auf einen moderaten Wechsel von Verben und Adjektiven um den Text lebendiger zu machen.

8. Schreiben sie immer lösungsorientiert und positiv

9. Schreiben sie bildhaft
Sprachbilder machen einen Text anschaulich. Ein Beispiel dafür wären Ausdrücke wie: Pfunde purzeln lassen oder Couchpotato.
Achtung: vermeiden sie dabei abgegriffene Metaphern wie zum Beispiel „die Nadel im Heuhaufen“.

10. Arbeiten sie in dramaturgischen Wellen
Strukturieren sie ihren Text und lassen sie ihren Leser zwischendurch auch durchatmen.

Flesch-Index – sind ihre Texte verständlich?

Der Flesch-Index ist eine Formel, die die Lesbarkeit eines Textes bestimmt. Er wird durch die durchschnittliche Silbenzahl pro Wort und der durchschnittlichen Satzlänge eines Textes ermittelt. Je höher der Wert, desto verständlicher ist der Text. Benannt wurde der Flesch-Index nach seinem Erfinder Rudolf Flesch.

Hier geht es zum Flesh-Index: https://www.fleschindex.de/

Mehr tolle Tipps und Tricks für’s Online Texten findest du hier bei meinen Studienkollegen:

8 Dinge, die ich über das Online-Texten gelernt habe

Besser Schreiben im Web: Affengeil

Texten fürs Web: Die wichtigsten Regeln zum Erfolg

 

 

 

 

 

 

 

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