COS – ich kann heute leider nicht!

In einem berufsbegleitendem Studium wechseln wir schnell von einer work-life-balance zu einer work-life-study-balance, wobei die Komponente „life“ in manchen Zeiten nur noch eine nebensächliche Rolle spielt. Als Zeitjongleur stellt man sich dann rasch die Fragen:

Netflix? – der Account wurde aufgrund von Inaktivität stillgelegt.
Freunde? – habe ich, …. zumindest auf Whats-app.
Zeit? – Tja, die rennt gerade einen Marathon.
Feierabend? – Den würde ich gerne in Webinabend umtaufen.

Den Output den wir durch dieses Studium bekommen und das Wissen, das wir mitnehmen dürfen, ist die Entbehrungen definitiv Wert, oder? Letztes Mal, waren meine Batterien einfach leer und ich konnte diesen Wert nicht mehr sehen.

Vor gut einer Woche bin ich mit meinem Partner in einen wohlverdienten Urlaub gefahren, eine Woche Strand, Sonne, Meer und …. Webinare.* Voller Motivation habe ich meinen Laptop, Block und Stifte eingepackt und meinen Freund schon vorgewarnt, dass uns mein Studium sogar in den Urlaub begleiten wird. Dreiecksbeziehung nennt man das, oder?

Soweit so gut, ich war richtig vorbereitet. Nur meistens läuft nicht alles nach Plan. An diesem Punkt wird dieser Beitrag ziemlich persönlich, also wenn du keine Lust auf Geheule hast, kann ich dir hier schon sagen was passiert ist:

Spoiler alert: Ich habe mir keines der drei Webinare angehört!

Mein Rucksack mit dem Laptop darin führte ein tristes Dasein im Hotelschrank. Sorry Laptop, vom Paradies hattest du nicht viel.

Hello, COS-Blockade!

Wobei mich an dieser Stelle der eine oder andere vielleicht als faul bezeichnet (ist mir ziemlich egal) nenne ich es Blockade. Weg vom Alltag und dem Zahnrädchen in dem man sich tagtäglich befindet, hat mein Kopf gestreikt. Ich hatte nicht an den Webinaren nicht teilgenommen, weil ich nicht wollte, sondern weil ich nicht konnte. Ich hatte eine mentale Blockade.

Mir war klar, dass ich es die Woche darauf bitter büßen werde und trotzdem hat sich mein Inneres mit allen Mitteln gewehrt diesen Laptop auszupacken. Der Gedanke an Slack und bestimmt 100 verpasste Nachrichten (in zwei Tagen) und mindestens drei neue Etivities bereiteten mir Bauchschmerzen und trotzdem konnte ich nicht. Hier haben all meine Studienkollegen, die noch kein einziges Webinar verpasst haben, ein großes Shout-out verdient – you rock!

Lisa 0:1 innerer Schweinehund

Also stand ich nun vor der Entscheidung; entweder ich akzeptiere meinen kleinen mentalen Breakdown und genieße den Urlaub oder ich verbringe den ganzen Urlaub mit einem schlechten Gewissen. Da wurde mir klar, dass ich allzu oft von „mindfulness“, Achtsamkeit und Entschleunigung predige und es selbst gekonnt ignoriere. Körper und Geist senden uns bei Überforderung oder in Zeiten von Stress Signale, Signale die uns frühzeitig eine Nachricht übermitteln wollen – slow down. Und wir, ja wir sind Meister darin geworden diese Signale zu ignorieren. Oft bleibt uns nichts anderes übrig, und es geht dann auch aber ich denke, wir sollten unserem Körper öfters Gehör schenken.

Denn sonst, ja sonst sind wir ein weiterer Fall der sogenannten Zivilisationskrankheiten. Ihr wollt bestimmt wissen, für was ich mich entschieden habe? Für einen tollen Urlaub natürlich, das war zu Beginn aber nicht so leicht.

Der Urlaub war’s wert!

Ich habe auf meinen Körper gehört, habe die Webinare verpasst, Slack gekonnt ignoriert und meine Mail-Benachrichtigungen ausgeschaltet – und stell dir vor, die Welt dreht sich immer noch! Um gesund zu bleiben, müssen wir Dinge tun die uns Freude bereiten, die uns gut tun und abschalten lassen. Das muss kein Urlaub sein, es reichen fünf Minuten Kaffeepause ohne Slack, ohne Whats-app, Instagram oder Facebook. Vielleicht verbringen wir etwas mehr Zeit mit uns selbst. Denn das kann oft zur größten Herausforderung überhaupt werden.

Also lass andere denken was sie wollen, gönn dir eine Auszeit, stell dich manchmal an erste Stelle, scheiß mal auf ein Webinar (natürlich nicht zu oft ;)) und geh ins Yoga, ins Fitnessstudio, Joggen, Boxen, mache einfach das, was du gerne machst. Geh einen trinken.

Das macht uns nicht zu schlechteren Studenten, aber vielleicht zu glücklicheren Menschen.

Genießt eure neue work-life-study-balance! So do I!


Lustigere Blogbeiträge zu diesem Thema findet ihr bei meinen Kollegen:

Beruf, Studium und Freizeit von Philipp Töscher
Work-Life-Study Balance von Bernd Walter
Content Strategie unverblümt 1.0 from the one and only Magdalena Markovic


*Der ein oder andere wird sich Fragen, warum ich um Gottes willen während dem Semester in den Urlaub fahre. Mein Partner ist im Profisport tätig, das bedeutet das ganze Leben muss nach ihm ausgerichtet werden, so auch unsere Urlaube ;).

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